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Aachener Blatt

Geschichte entdecken, Aachen verstehen

SG-005Stadtgeschichte

Quellen zur Aachener Stadtgeschichte finden

Welche Archive und Sammlungen in Aachen bewahren Quellen zur Stadtgeschichte? Ein Überblick für Familienforscher, Hausbesitzer und Heimatfreunde.

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Stadtgeschichte
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Lesesaal mit Archivkartons, Baumwollhandschuhen und Bleistift neben einem Findbuch. Illustratives Bild, mit KI erstellt.
Lesesaal mit Archivkartons, Baumwollhandschuhen und Bleistift neben einem Findbuch. Illustratives Bild, mit KI erstellt.

Wer die Geschichte Aachens erforschen will, stößt schnell auf eine Frage: Wo liegen die Unterlagen, die Auskunft geben können? Die gute Nachricht lautet, dass die wichtigste Adresse für fast alle stadtgeschichtlichen Fragen das Stadtarchiv Aachen ist. Es bezeichnet sich selbst als das Gedächtnis der Stadt und bewahrt stadtgeschichtlich wichtige Unterlagen, die bis ins Mittelalter zurückreichen (Stadtarchiv Aachen). Der folgende Überblick ordnet die wichtigsten Einrichtungen und beantwortet typische Fragen von Einsteigern.

Welches Archiv ist die erste Anlaufstelle?

Das Stadtarchiv Aachen ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zur Geschichte der Stadt Aachen. Dort liegen Unterlagen der städtischen Dienststellen, Ämter und Betriebe, soweit sie für die laufende Verwaltung nicht mehr gebraucht und für archivwürdig befunden wurden. Hinzu kommen die Überlieferungen der Rechtsvorgänger der heutigen Stadt: der ehemaligen Reichsstadt Aachen einschließlich des Aachener Reiches, der französischen Munizipalität, der preußischen Oberbürgermeisterei und der früher selbstständigen Gemeinden Burtscheid, Forst, Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster-Walheim, Laurensberg und Richterich (Stadtarchiv Aachen). Wer also wissen möchte, was in einem bestimmten Viertel früher stand oder wie eine Straße zu ihrem Namen kam, beginnt hier.

Welche Bestände sind besonders wichtig für die Stadtgeschichte?

Das Archivgut umfasst Urkunden, Akten, Karten, Pläne, Fotos und Graphiken. Dazu kommen Nachlässe, Firmenarchive, Vereinsarchive, Zeitungen und Druckschriften, also Sammlungsgut anderer Herkunft mit stadtgeschichtlicher Bedeutung. Seit Anfang 2026 gehören auch die umfangreichen historischen Bestände der ehemaligen wissenschaftlichen Stadtbibliothek dazu (Stadtarchiv Aachen). Insgesamt lagern dort Archivalien, die aneinandergelegt eine Strecke von etwa elf Kilometern überbrücken würden. Allein diese Zahl macht deutlich, warum die Erschließung durch Findmittel so wichtig ist: Erst Finddateien, Findbücher, Findlisten und Datenbanken machen die Masse durchsuchbar.

Wo finde ich Quellen zur Familienforschung?

In den Beständen des Stadtarchivs Aachen befinden sich die Zivil- und Personenstandsregister der Stadt Aachen und der Standesämter der ehemals selbstständigen Gemeinden entsprechend der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist (Stadtarchiv Aachen). Wer nach Vorfahren sucht, sollte daher zunächst prüfen, welches Standesamt für den gesuchten Ort zuständig war. Weil die Bestände nach gesetzlichen Fristen geführt werden, kann es sein, dass jüngere Register noch nicht im Archiv liegen, sondern beim Standesamt. Diese Zuständigkeitsfrage klärt man am besten vorab mit dem Archiv, bevor man eine Fahrt plant.

Wie nutze ich Karten, Pläne und Fotos?

Karten, Pläne und Fotos sind ein eigener Zugang zur Stadtgeschichte, weil sie räumliche Veränderungen sichtbar machen. Das Stadtarchiv bewahrt solche Stücke und stellt sie im Lesesaal zur Einsichtnahme bereit. Ein Beispiel aus der eigenen Öffentlichkeitsarbeit: Im August 2026 zeigte das Archiv als Archivale des Monats einen Situationsplan der Rennbahn auf der Brander Heide aus dem Jahr 1836 im Maßstab 1 zu 10.000, der die neue Streckenführung von 1835/36 mit der gestrichelten Variante von 1834 vergleicht (Stadtarchiv Aachen). Solche Pläne helfen, frühere Nutzungen zu rekonstruieren, wenn heutige Karten keine Spur mehr davon zeigen. Wie man dabei methodisch vorgeht, beschreiben die Beiträge Karten und Pläne als historische Quellen und Fotos und Postkarten auswerten.

Wie bereite ich einen Archivbesuch vor?

Die Nutzung des Archivs ist kostenlos; Kosten können nur bei weitergehenden Leistungen entstehen (Stadtarchiv Aachen). Damit der Besuch ergiebig wird, sollte man vorher klären, welches Thema man verfolgt und welche Unterlagen dafür in Frage kommen. Oft lässt sich ein Teil der Recherche schon vorab am heimischen Schreibtisch erledigen.

Die folgende Checkliste hilft bei der Vorbereitung:

Schritt Was zu tun ist Warum es hilft
1 Thema und Zeitraum eingrenzen Verhindert, dass die Suche im Ungefähren bleibt
2 Ort bestimmen, zu dem Unterlagen gesucht werden Bestände sind nach Herkunft geordnet
3 Findmittel anfragen oder online prüfen Erst sie zeigen die konkreten Archivalien
4 Bestellung und Lesesaaltermin abstimmen Unterlagen werden im Lesesaal vorgelegt
5 Werkzeuge einplanen: Bleistift, keine Tinte Schützt die Originale
6 Zweitquelle einplanen, etwa gedruckte Literatur Erlaubt Einordnung und Gegenprüfung

Wer die Bestellung und Nutzung Schritt für Schritt kennenlernen möchte, findet dazu den Beitrag Archivalien bestellen und nutzen.

Welche weiteren Einrichtungen in der Region bewahren Quellen?

Neben dem Stadtarchiv gibt es weitere Einrichtungen, die Kulturgut sichern. Ein Beleg dafür ist der 2023 gegründete Notfallverbund Archivwesen für Stadt und Städteregion Aachen. In ihm arbeiten zusammen: das Stadtarchiv Aachen, das Stadtarchiv Stolberg, das Stadtarchiv Monschau, das Bischöfliche Diözesanarchiv Aachen, das Misereor-Archiv Aachen, das Archiv von missio und Mikado, das Archiv des Kindermissionswerkes Die Sternsinger, das Hochschularchiv der RWTH Aachen und das Archiv der FH Aachen (Stadtarchiv Aachen). Der Verbund trifft gemeinsame Vorsorge für Notfälle und unterstützt sich gegenseitig bei der Rettung von Kulturgut, mit Notfallplänen, Abstimmung mit örtlichen Gefahrenabwehr- und Katastrophenschutzeinrichtungen, Alarmbereitschaft und jährlichen Übungen. Wer also kirchliche, universitäre oder entwicklungspolitisch geprägte Überlieferungen sucht, wird bei diesen Partnern fündig.

Wie finde ich digitale Quellen?

Das Stadtarchiv berät die Verwaltungsdienststellen bei der digitalen Informationsverwaltung und betreibt mit dem elektronischen Langzeitarchivierungssystem DiPS.kommunal aus dem Digitalen Archiv NRW eine technische Lösung für archivwürdige digital entstandene Dokumente (Stadtarchiv Aachen). Das bedeutet nicht, dass alles sofort online steht. Wer digitale Angebote nutzen will, sollte daher zunächst prüfen, welche Bestände bereits digitalisiert und welche nur vor Ort einsehbar sind. Einen Einstieg bietet Digitale Sammlungen nutzen.

Wo bekomme ich Beratung, wenn ich unsicher bin?

Das Stadtarchiv gibt mündliche und schriftliche Auskünfte und berät individuell bei der Suche nach Quellen zur Aachener Geschichte; benötigte Unterlagen werden im Lesesaal vorgelegt (Stadtarchiv Aachen). Für die Archivbibliothek steht ein Bestand von derzeit rund 45.000 Medieneinheiten einschließlich 145 laufend gehaltener Zeitschriften zur Verfügung, als Präsenzbestand ohne Ausleihe, ergänzt durch die historischen Bestände der ehemaligen wissenschaftlichen Stadtbibliothek mit etwa 100.000 Bänden, deren Objekte teils bis ins ausgehende Mittelalter zurückreichen. Auch Gruppen und Schulklassen können nach Terminabsprache das Archiv besichtigen und in einem Seminarraum mit Originalquellen arbeiten, unterstützt von Archivmitarbeitern.

Einordnung und Grenzen

Für methodische Grundlagen und für die Frage, wie man die Aussagekraft einer Quelle prüft, lohnt der Blick über Aachen hinaus. Die Archivschule Marburg ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung des Archivwesens in Deutschland und bildet seit mehr als 75 Jahren Archivarinnen und Archivare aus; seit Anfang der 1990er Jahre kommen Fortbildungskurse sowie Kolloquien und Fachtagungen hinzu (Archivschule Marburg). Ihre Veröffentlichungen und Veranstaltungen zeigen, dass Archivarbeit kein fertiges Produkt ist, sondern eine Fachdiskussion über Bewertung, Überlieferung und Zugang. Für eigene Recherchen folgt daraus eine einfache Haltung: Quellen können einander widersprechen oder Lücken haben. Wer Hausbesitzer ist und die Baugeschichte klären will, findet dazu den Beitrag Die Baugeschichte eines Gebäudes recherchieren.

Bei allen praktischen Fragen bleibt das Stadtarchiv die erste Anlaufstelle. Wer Bestände, Öffnungszeiten und Lesesaalregeln betrifft, sollte sich vor dem Besuch bei der Einrichtung selbst erkundigen, weil sich Bedingungen ändern können.

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